Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 065 - 17.06.2013

„8.751 Menschen im Kreis müssen raus aus dem Niedriglohn“

DGB-Kreisverband forderte in Homberg eine Neue Ordnung der Arbeit – Betriebsrat der Bettenwelt: „Mangelnde gesetzliche Regeln des Bundes bedeuten schlechte Arbeitsbedingungen vor Ort“

DGB

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„Im Schwalm-Eder-Kreis arbeiteten 8.751 der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten zu einem Niedriglohn. Auf niedrige Löhne folgt eine niedrige Rente. Dem wollen wir eine Neue Ordnung der Arbeit entgegen setzen,“ so DGB-Gewerkschaftssekretär Holger Kindler anlässlich des Aktionstags des DGB Schwalm-Eder am Samstag in Homberg.

Der Betriebsratsvorsitzende der Homberger Bettenwelt Gerd Pfeiffer unterstützte die Forderungen des DGB: „Von ca. 330 Beschäftigten an unserem Standort sind lediglich 40% Stammbeschäftigte der Bettenwelt. Die anderen sind über Leiharbeitsfirmen oder per Werkvertrag in Arbeit, oder Aufträge wurden fremdvergeben – zu deutlich schlechteren Löhnen.“

Mitglieder des DGB-Kreisverbands und weitere Gewerkschafter informierten am Samstag über die DGB-Forderungen und sammelten Unterschriften für eine Petition für einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8.50 Euro. Holger Kindler: „Wir wollen, dass alle Menschen vom Verdienst ihrer Arbeit leben können. Im Schwalm-Eder-Kreis waren über 1.800 Bedarfsgemeinschaften zusätzlich zu ihrer Erwerbsarbeit auf ALG II angewiesen.“

Um die Neue Ordnung der Arbeit durchzusetzen, fordert der DGB unter anderem die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns (mindestens 8,50 Euro) und eine Regulierung der Leiharbeit. Der DGB fordert weiterhin den Missbrauch von Werkverträgen zum Lohn- und Sozialdumping strikt zu unterbinden. Tarifbindung und betriebliche Mitbestimmung müssten gestärkt werden. Frauen müssten für die gleiche Arbeit auch endlich das gleiche Geld bekommen.

Kindler: „Alle Arbeitsverhältnisse sollen ohne Ausnahme sozialversicherungspflichtig werden. Der Sonderstatus von Minijobs muss aus unserer Sicht beendet werden. Bei öffentlicher Auftragsvergabe müssten soziale Kriterien berücksichtigt werden, wie etwa Tariftreue, Mindestlohn oder die Gleichstellung von Männern und Frauen.“

 

 


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