Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 110 - 11.01.2016

Rund 15.000 Beschäftigte im Landkreis haben mehr Geld in der Tasche

DGB bilanziert die diesjährigen Tarifverhandlungen

Tarif

Foto: DGB

DGB-Kreisvorsitzender Gerhard Geitz freut sich über die guten Ergebnisse in den Tarifverhandlungen dieses Jahres: „Wo die DGB-Gewerkschaften gut vertreten sind, haben die Beschäftigten nun spürbar höhere Einkommen.“ An der Spitze sind die Entgelte in der Metall- und Elektroindustrie um 3,4 Prozent gestiegen, in allen anderen Branchen haben die Gewerkschaften mindestens zwei Prozent Lohnsteigerungen ausgehandelt. Aufgrund der langen Laufzeiten der Tarifverträge werden die Entgelte im 2016 noch einmal angehoben. Zusätzlich wurden je nach Branche Tarifverträge zur Altersteilzeit, zum demografischen Wandel oder zur Weiterbildung abgeschlossen. Dadurch können Beschäftigte ihre Qualifikationen an neue Anforderungen anpassen oder früher in den Ruhestand übergehen als gesetzlich vorgesehen.

Gewerkschafter Geitz stellt fest: „In der Mehrzahl der Branchen sind die Arbeitgeber ohne intensiven Arbeitskampf auf die Gewerkschaften zugegangen. Nicht ganz so einfach verlief es bei den Metallern, die in einigen Warnstreiks und Demonstrationen, wie auch in Frankenberg, ihren berechtigten Forderungen Nachdruck verleihen mussten. Im Sozial- und Erziehungsdienst haben die Beschäftigten, vor allem der Lebenshilfe, einen Wochen langen Streik führen müssen, der allen in Erinnerung bleiben wird.“ Nach zahlreichen Verhandlungen hatten sich Gewerkschaften und kommunale Arbeitgeber auf ein überarbeitetes Entgeltsystem und höhere Gehälter geeinigt. Die Beschäftigten fordern jedoch weiter eine generelle Aufwertung der sozialen Arbeit. Ebenfalls erwarten die Gewerkschaften, dass die kirchlichen Träger im Sozial- und Erziehungsdienst das Verhandlungsergebnis der kommunalen und freien Träger übernehmen.

Nicht alle haben bereits die Lohnerhöhung erhalten, die ihnen zusteht. Die Beamten im Landesdienst und bei den Kommunen sind bis jetzt leer ausgegangen, weil die Landesregierung das Ergebnis der Angestellten nicht auf die Beamten übertragen möchte. DGB-Vorsitzender Geitz: „Der Landeshaushalt wird auf dem Rücken der Beschäftigten saniert. Da Beamte nach Auffassung des Landes nicht streiken dürfen, verurteilen wir dieses Vorgehen besonders scharf.“

Geitz wirbt für höhere Tarifbindung

Der DGB hat weiter die Betriebe im Auge, die nicht nach Tarif bezahlen. Geitz: „In den Betrieben, die sich an die Branchentarifverträge halten, sind die Beschäftigten besser dran und bekommen sofort die Tariferhöhungen. Wo Betriebe sich aus der Tarifbindung stehlen, müssen wir Gewerkschaften stärker werden und mehr Mitglieder bekommen.“ Wer bessere Arbeitsbedingungen wolle, komme an einer Gewerkschaftsmitgliedschaft nicht vorbei.

Gewerkschafter Geitz sieht in steigenden Löhnen auch eine volkswirtschaftliche Bedeutung: „Gute Tarifabschlüsse bei niedriger Inflation sind unser Beitrag, um die Schere zwischen Arm und Reich ein wenig zu schließen.“ Auch die öffentlichen Haushalte profitierten durch höhere Steuern und weniger Sozialausgaben von den Erfolgen der Gewerkschaften. Zeitversetzt freuten sich auch die Rentner über höhere Renten, die gemäß der Lohnentwicklung steigen.

 

Ergebnisse der Tarifrunden 2015 –
Übersicht für den Landkreis Waldeck-Frankenberg

 

Branche (ausgewählte Betriebe)

Ergebnisse der Tarifverhandlungen   (Auswahl, nur Erhöhungen für 2015 berücksichtigt)

Chemische   Industrie (Conti)

2,8   Prozent Entgelterhöhung; Aufstockung des Demografiefonds

Metall-   und Elektroindustrie (z.B. Viessmann, Hettich, Hasenclever, Frank Walz- und   Schmiedetechnik)

3,4   Prozent Entgelterhöhung; Fortsetzung der Altersteilzeit; geförderte   Bildungsteilzeit

Öffentlicher   Dienst des Landes Hessen (nur Angestellte)

- Behörden   (Hessen Mobil, Amt für Bodenmanagement)

- Schulen
  - Forst
  - Polizei

2,0   Prozent Entgelterhöhung

Sozial-   und Erziehungsdienst (z.B. Lebenshilfe, Jugendamt, kommunale Kindertagesstätten)

erste   Aufwertung in einem verbesserten Entgeltsystem

Kunststoff-Industrie   (HEWI, ALMO, Poresta)

2,9   Prozent Entgelterhöhung

Papierindustrie   (Smurfit Kappa, Sprick, Hollingsworth & Vose)

2,4   Prozent Entgelterhöhung

Deutsche   Bahn (Kurhessenbahn)

3,5   Prozent Entgelterhöhung

Gebäudereinigung

2,6   Prozent Entgelterhöhung

Einzelhandel

2,5   Prozent Entgelterhöhung

Energiewirtschaft   (EWF)

2,5   Prozent Entgelterhöhung


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