Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 044 - 22.08.2012

DGB: Bis 2030 sinken die Renten um 20 Prozent

Grundsicherung nimmt stark zu. Gewerkschaftsbund fordert gerechte Beiträge gegen Altersarmut

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor einer Durchschnittsrente von nur noch 580 Euro. Aktuelle Berechnungen des Gewerkschaftsbundes haben ergeben, dass die Renten bis 2030 um fast 20 Prozent sinken, wenn die Renten-Pläne der Bundesregierung umgesetzt werden. „Die geplante Senkung des Rentenbeitrags zum Januar 2013 muss verhindert werden, sonst bezahlen das künftige Generationen mit ordentlichen Rentenkürzungen“, warnt der Geschäftsführer der DGB-Region Nordhessen, Michael Rudolph.

Die finanzielle Situation der heutigen und künftigen Rentnerinnen und Rentner müsse verbessert werden. „Dafür brauchen wir eine nachhaltige Entwicklung der Rentenbeitragssätze und zwar nicht einseitig zu Lasten der Beschäftigten“, fordert der Gewerkschafter. Der Beitragssatz dürfe im Jahr 2013 nicht gesenkt werden. Stattdessen schlägt der DGB vor, ab 2014 den Beitragssatz schrittweise um je 0,1 Beitragssatzpunkte für Arbeitnehmer und Arbeitgeber anzuheben, bis er im Jahr 2025 fast 22 Prozent erreicht.

Ein Durchschnittsverdiener müsste für diese Verbesserungen von Jahr zu Jahr nur 2,60 Euro monatlich mehr aufbringen. Mit privaten Vorsorgemodellen wie der Riesterrente, werde das Risiko Altersarmut einseitig auf die Beschäftigten abgewälzt. Dadurch seien Arbeitnehmer schon heute mit höheren Beiträgen als die Arbeitgeber belastet. „Wir fordern deshalb eine Stabilisierung der gesetzlichen Rente, an der auch die Arbeitgeber beteiligt sind“, betont Rudolph.

Mit diesem Rentenmodell würde der vom Gesetzgeber gewollte Beitrag von 22 Prozent im Jahr 2030 nicht überschritten. Dafür könnten aber Rentenkürzungen verhindert und die Erwerbsminderungsrente spürbar verbessert werden. „Die Beiträge würden nur moderat steigen die Leistungen aber deutlich verbessert. Das wäre ein guter Weg um Altersarmut heute und in Zukunft zu bekämpfen“, erklärt Rudolph. Sogar die Erhöhung des gesetzlichen Rentenalters könnte nach diesem Finanzierungskonzept ausgesetzt und Rücklagen für die Zukunft aufgebaut werden.

Durchschnittsrente in Nordhessen sinkt bis 2030 um 20 Prozent

Im Jahr 2011 lagen die Renten im Regierungsbezirk Kassel bei durchschnittlich 676 Euro. Wird sich an der Rentenpolitik nichts ändern wird dieser Schnitt 2030 auf rund 580 Euro sinken. Die Bundesregierung sei mit ihrer Rentenpolitik auf einem völlig falschen Weg. „Schon heute haben viele Menschen nur eine schmale Rente aber die Koalition will das Niveau noch weiter absenken“, kritisiert Rudolph.

Kassel: Zahl der Rentner mit Grundsicherung um 32 Prozent gestiegen

Bereits heute gibt es in der Stadt und dem Landkreis Kassel etwa 5000 Menschen, die auf die Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung angewiesen sind. Das sind alleine in der Stadt Kassel 32 Prozent mehr als 2006. Im Landkreis beträgt die Steigerung 13 Prozent. Die Umsetzung der Rente mit 67 wird die Situation vieler künftiger Rentnerinnen und Rentner noch verschärfen. Heute sind laut Angaben des Statistischen Bundesamtes nur rund 21 Prozent der 60- bis 64-Jährigen im Kreis sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Außerdem muss etwa jeder sechste Beschäftigte im Regierungsbezirk Kassel aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden und hohe Rentenabschläge in Kauf nehmen. Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liegt bei nur noch 582 Euro.

 


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