Deutscher Gewerkschaftsbund

PM Ferienjobs - 11.07.2016

Tipps beim Ferienjob: Diese Regeln sollten beachtet werden!

Ferienjobs

Schwere körperliche oder gefährliche Arbeit ist tabu: Ferienjobs unterliegen strengen Regeln DBJR

Bald sind Som­mer­fe­ri­en und für vie­le Schü­lerin­nen und Schüler kommt da­mit die Zeit für Fe­ri­en­jobs. Etwas dazu ver­die­nen – das Ta­schen­geld auf­bes­sern! Nebenbei gibt es Ein­bli­cke ins Ar­beits­le­ben. Für die spä­te­re Be­rufs­wahl kann das nütz­lich sein. Aber es gibt Re­geln, die gel­ten. Wer da­ge­gen ver­stößt, muss mit hef­ti­gen Geld­bu­ßen rech­nen. Die DGB-Ju­gend Nordhessen gibt Tipps.

„In vie­len Bran­chen gibt es Fe­ri­en­jobs, aber Schü­lerinnen und Schüler dür­fen nicht al­les ma­chen. Im Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­setz ist ge­re­gelt, un­ter wel­chen Be­din­gun­gen Kin­der und Ju­gend­li­che ar­bei­ten dür­fen“, erklärt Kathrin Harth Jugendbildungsreferentin der DGB-Jugend Nordhessen. Grund­sätz­lich ist Kin­der­ar­beit bis ein­schließ­lich dem 14. Le­bens­jahr ver­bo­ten. Nur wenn die El­tern zu­stim­men, dür­fen Kin­der über 13 Jah­re bis zu zwei, in der Land­wirt­schaft drei Stun­den täg­lich zwi­schen 8 und 18 Uhr ar­bei­ten. Es müs­sen leich­te Tä­tig­kei­ten sein – zum Bei­spiel Gar­ten­ar­beit, Zei­tung aus­tra­gen oder Bo­ten­gän­ge.

Wer zwi­schen 15 und 17 Jah­re alt ist, gilt als Ju­gend­li­cher. Und für die gibt es beim Job­ben in den Fe­ri­en we­ni­ger Ein­schrän­kun­gen. „Aber auch hier sind Re­geln zu be­ach­ten", erklärt Harth: „Schul­pflich­ti­ge dür­fen nicht län­ger als vier Wo­chen im Jahr in den Fe­ri­en job­ben. Denn Schul­fe­ri­en sind in ers­ter Li­nie zur Er­ho­lung da." Wich­tig ist da­bei: Schwe­re kör­per­li­che oder ge­fähr­li­che Ar­beit ist für Ju­gend­li­che ta­bu. Schwe­re Ge­gen­stän­de tra­gen, mit Che­mi­ka­li­en han­tie­ren oder tem­po­ab­hän­gig ar­bei­ten (Ak­kord­ar­beit) – all das ist ver­bo­ten.

Die Ar­beits­zeit von acht Stun­den am Tag und 40 Stun­den je Wo­che darf nicht über­schrit­ten wer­den, auch nicht der Ar­beits­zeit­raum zwi­schen 6 bis 20 Uhr. Aus­nah­men gibt es für Schü­lerin­nen und Schüler, die be­reits 16 Jah­re alt sind. Sie dür­fen z. B. in Gast­stät­ten bis 22 Uhr und in Mehr­schicht-Be­trie­ben bis 23 Uhr ar­bei­ten, aber nicht an Wo­chen­en­den (aus­ge­nom­men z.B. Sport­ver­an­stal­tun­gen).

Auch die Ru­he­pau­sen von un­ter 18-Jäh­ri­gen sind im Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­setz ge­re­gelt. Schü­lerin­nen und Schüler, die vier­ein­halb bis sechs Stun­den am Tag ar­bei­ten, ha­ben An­spruch auf min­des­tens 30 Mi­nu­ten Pau­se. Bei mehr als sechs Stun­den sind es 60 Mi­nu­ten.

Ver­si­chert sind Schü­lerin­nen und Schüler wäh­rend ih­res Fe­ri­en­jobs bei der Un­fall­ver­si­che­rung des Ar­beit­ge­bers. Der Ver­si­che­rungs­schutz be­ginnt am ers­ten Ar­beits­tag und gilt auch für den Weg zur Ar­beit und zu­rück nach Hau­se.

Mit dem Min­dest­lohn­ge­setz ha­ben Fe­ri­en­job­ber/-in­nen, die äl­ter als 18 Jah­re sind, An­spruch auf 8,50 Eu­ro je Stun­de. Das gilt auch, wenn der Fe­ri­en­job als ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti­gung (bis zu 450 Eu­ro/Mo­nat) aus­ge­übt wird. Bei Ge­ring­fü­gig­keit dür­fen ma­xi­mal 52 Stun­den im Mo­nat ge­ar­bei­tet wer­den. Für un­ter 18-Jäh­ri­ge gilt das Min­dest­lohn­ge­setz nicht. Doch auch sie soll­ten den Lohn im Blick ha­ben, wenn der Ar­beits­ver­trag un­ter­zeich­net wird, emp­fiehlt Kathrin Harth: „Auch Fe­ri­en­jobs müs­sen fair be­zahlt wer­den. Zwar sind kei­ne Bei­trä­ge zur So­zi­al­ver­si­che­rung fäl­lig, Steu­ern je­doch schon, wenn der Lohn über dem mo­nat­li­chen Lohn­steu­er­frei­be­trag von 721 Eu­ro brut­to liegt. Die Steu­ern wer­den nor­ma­ler­wei­se im nächs­ten Jahr er­stat­tet, wenn ihr beim Fi­nanz­amt einen An­trag stellt." Der Ar­beit­ge­ber braucht in je­dem Fall die elek­tro­ni­sche Lohn­steu­er­kar­te.

„Auf je­den Fall soll­te je­de Schü­le­rin und je­der Schü­ler nur mit ei­nem schrift­li­chen Ver­trag in der Hand einen Fe­ri­en­job be­gin­nen. Und der muss vor­her ab­ge­schlos­sen wer­den und ganz klar Auf­ga­ben, Ar­beits­zei­ten und den Lohn re­geln“, rät Harth.

Und wenn Ar­beit­ge­ber sich nicht an die Ge­set­ze hal­ten? Dann soll­ten Schü­lerin­nen und Schüler zu­sam­men mit ih­ren El­tern was da­ge­gen tun. „Ver­stö­ße ge­gen Ar­beits­schutz­ge­set­ze darf man nicht hin­neh­men. Bit­te wen­det euch un­be­dingt an die Auf­sichts­be­hör­den“, betont Harth. In der Re­gel sind das ört­li­che Ge­wer­be­auf­sichtsäm­ter oder die Äm­ter für Ar­beits­schutz.


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