Deutscher Gewerkschaftsbund

29.09.2018
Diskussion zwischen Gewerkschaftern und Landtagskandidaten

Probleme bei Gesundheitsversorgung und Pflege erkannt – aber wann werden sie beseitigt?

Mehrheitlich zufrieden waren Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter aus Waldeck-Frankenberg, die mit Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl über Gesundheitsversorgung und Pflege diskutierten. „Die Probleme, die wir in der Pflege haben, sind in der Politik bekannt. Nun müssen der Landtag und die Regierung handeln“, fasst Annette Boldt, Betriebsratsvorsitzende des Korbacher Krankenhauses, die Gespräche zusammen. Sie diskutierte mit den Landtagskandidaten über zu wenig Pflegepersonal in den Krankenhäusern und die gestiegene Belastung der Beschäftigten.
An der Diskussionsveranstaltung des DGB-Kreisverbands Waldeck-Frankenberg nahmen Mitglieder der Gewerkschaft ver.di und anderer Gewerkschaften teil. Sie sprachen mit Jürgen Frömmrich (Bündnis 90/Die GRÜNEN), Dr. Ralf-Norbert Bartelt (CDU), Dr. Daniela Sommer (SPD), Stefan Schraps (FDP) und Berthold Halberstadt (Die LINKE).


Frank Lange, Gewerkschaftssekretär bei ver.di, blieb nach den Gesprächen skeptisch: „Das Land Hessen bezahlt nur rund die Hälfte der notwendigen Investitionen in den Kliniken, obwohl es für 100 Prozent der Investitionen verantwortlich ist. Dadurch sind die Krankenhäuser unter finanziellem Druck am Personal zu sparen. Dieses wichtige Thema wollen die Kandidaten aber eher nicht angehen.“
Intensiv besprochen wurden die Probleme in der Altenpflege. Die Einkommen der Beschäftigten liegen mehrere hundert Euro unter denen der Krankenpflege, obwohl beide Berufe inzwischen in einer gemeinsamen Ausbildung gelernt werden. Die Gewerkschaft ver.di möchte erreichen, dass das zuständige Ministerium die Tarifverträge in der Altenpflege für allgemeinverbindlich erklärt und diese somit in allen Betrieben gelten. Zur Freude der anwesenden Gewerkschafter teilten die Landtagskandidaten diesen Vorschlag weitgehend.
Schwieriger waren die Gespräche zur ärztlichen Versorgung im Landkreis und die Ausbildung von jungen Medizinern. Manfred Abt, Mitglied des DGB-Kreisvorstands, zog das Fazit: „Der Numerus Clausus als Zugangsvoraussetzung für ein Medizinstudium war für die meisten Kandidaten eine heilige Kuh. Das ist bedauerlich, weil dadurch der geeignete Ärzte-Nachwuchs auf dem Land fehlt.“


Nach oben

August Spies - Ausstellung des DGB Nordhessen

Foto: DGB
Mehr über August Spies hören? Diese vier Clips ergänzen die Ausstellung des DGB Nordhessen.
weiterlesen …

Bildungsprogramm DGB-Jugend Hessen-Thüringen 2018

Ar­bei­ten in Deutsch­lan­d:
Grundbegriffe für Flüchtlinge
Foto: DGB Hessen-Thüringen
weiterlesen …
Da­ten­schut­z­er­klä­rung Deut­scher Ge­werk­schafts­bund
Unsere Datenschutzerklärung informiert, welche Daten wie und zu welchem Zweck erhoben, gespeichert und verarbeitet werden.
weiterlesen …

Reichtumsuhr

Ein Projekt des DGB Hessen-Thüringen & ver.di Hessen zur Vermögensverteilung in Deutschland